War die Rettung der Banken chronologisch falsch

Dieser Ansicht ist jedenfalls die Wirtschaftsweise Beatrice Weder di Mauro in aktuellen Interviews mit den bekannten Wirtschaftsmagazinen. Ihrer Meinung nach hat die Regierung nicht gerade das passende Fingerspitzengefühl im Rahmen der Rettungsmaßnahmen für die deutsche Bankenbranche bewiesen. Von Anhang hätte eher die Notwendigkeit umfangreicher Restrukturierungen bei den angeschlagenen Instituten vor der eigentlichen Finanzierung stehen müssen, so Weder di Mauro. 

Schon zu Beginn der Konzeption über die Art und Weise der Mittelvergabe nachzudenken, sei keineswegs das richtige Signal für die Bankenhäuser im Lande gewesen. Um herausfinden zu können, welche Ansätze realisiert werden müssen, könne kein einheitliches Konzept zurate gezogen werden. vielmehr hätte es individueller Buchprüfungen bedürft, um die richtigen Marschrichtungen bei den verschiedenen Profiteuren der Rettungsmaßnahmen durch die Konjunkturprogramme der Regierung herauszufiltern. So jedenfalls, wie es in den letzten Wochen und Monaten abgelaufen sei, werde das eigentliche Ziel der Programme aus den Augen verloren.

Investieren ohne Rücksicht auf Verluste sei der falsche Weg. Man hätte zunächst feststellen müssen, in welchen Fällen die Banken überhaupt am Leben gehalten werden können durch die Finanzierungsmodelle, statt in jedem einzelnen Fall helfen zu wollen. Weder die Mauro teilt hierbei die Banken in verschiedene Kategorien ein. Manche Institute könnten die Restrukturierungen durchaus ohne staatliche Hilfe in die Tat umsetzen, nicht alle Bank benötige zwingend finanzielle Unterstützung vonseiten der Bundesregierung. Massive Eingriffe von staatlicher Ebene aus seien in den meisten Fällen gar nicht nötig.

Mindestens genauso wesentlich ist aus Sicht der Wirtschaftsweisen vor allem eines: Solange sich der Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung kein rechtes Bild davon macht, wie das deutsche Bankensystem nach Abschluss der Strukturierungsmaßnahmen eigentlich aussehen soll, sind die Soffin-Aktionen nicht unbedingt im Vorhinein von Erfolg gekrönt. In der Regierung um Kanzlerin Merkel wird man solche Statements sicher nicht gerade hören. Denn Schelte gab es für die Realisierung der Regierungs-Rettungspläne schon genug aus Expertenkreisen.

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