Unwissenheit kostet Anleger viel Geld

Aus Sicht vieler Finanzmarkt-Experten gibt es einen ebenso einfach wie einleuchtenden Grund dafür, dass so viele Verbraucher in den letzten Monaten der Finanz- und Bankenkrise zum Teil so herbe Verluste erleben mussten. In weiten Teilen wollten die Anleger zwar gerne regelrecht sagenhafte Renditen mit ihrem Ersparten erwirtschaften. Doch Ahnung von der Materie hatten sie in den meisten Fällen nicht. Sonst hätte mitunter schon der gesunde Menschenverstand mitgeteilt, dass zweistellige Renditen ohne hohes Risiko nicht zu erzielen sein können.

Dies jedenfalls die Meinung der Profis für Fragen aus dem Finanzsektor. Unerfahren und ohne Hintergrundinformationen über die aktuellen Marktbedingungen in Verhandlungen mit den Beratern der Banken und anderer Dienstleister auf dem Markt zu starten, ist jedoch die denkbar schlechteste Ausgangssituation. Eines darf nämlich grundsätzlich nicht vergessen werden: Auch wenn die Berater einer Bank nach außen einen durchweg objektiven Eindruck vermitteln mögen. Insgeheim – und das liegt in gewisser Weise schon in der Natur der Sache – haben die Profis doch immer auch die eigene Provision in den Gesprächen mit dem Kunden vor Augen, die im Falle eines erfolgreichen Abschlusses winkt.

Inzwischen hat sich bestätigt, dass im Vorfeld der Krise in nicht gerade wenigen Geldinstituten so manches Zertifikat (siehe Lehman Brothers) und andere Produkte an den Kunden oder die Kundin gebracht wurden, die schon damals nicht viel mehr wert waren als das Papier, auf das sie gedruckt waren. Umso wichtiger ist laut Meinung der Verbraucherzentralen und anderer unabhängiger Beratungsstellen für den Ottonormalverbraucher daher, dass Verbraucher in Zukunft die Wissensaneignung als wesentliche Investition ins die eigenen Finanzaussichten verstehen.

Wer ohne jede Kenntnis und Erfahrung seinem Berater gegenüber sitzt, wird auch weiterhin in so manch sauren Investitionsapfel beißen müssen, weil er oder sie den Haken an einem empfohlenen Produkt nicht gleich erkennt. Daran werden die geänderten Protokollvorschriften für Beratungsgespräche und vom Gesetzgeber neu geschaffene Richtlinien nur wenig ändern. Unwissenheit kann in finanzieller Hinsicht beim Spekulieren und Investieren teuer zu stehen kommen. Wer indes lernt eigene Entscheidungen zu treffen und sich informiert, was überhaupt für die eigenen Zwecke Sinn macht und was nicht, ist gut gewappnet für die Investitions-Debatten mit dem Experten der Hausbank.

Machen Sie sich schlau!

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