Kreditkarten Modelle erobern den deutschen Markt

Bisher waren Kreditkarten in Deutschland noch kein Problemkind nach dem schlechten amerikanischen Vorbild, das Ende der Kreditmisere in den USA ist hinlänglich bekannt. Hierzulande sah die Lage eher so aus, dass Nutzer von Kreditkarten nur selten überhaupt die Möglichkeit hatten, horrende Schulden durch die Nutzung des bargeldlosen Zahlungsmittels zu erreichen. Einfach schon deshalb, weil die Karten meist in Verbindung zum Konto bei der Bank standen, und somit der Dispo-Kreditrahmen schnell einen Strich durch den allzu übertriebenen Lebenswandel zog.

Die Konsequenzen für konsumfreudige Bankkunden waren halbwegs überschaubar. Doch die Einsicht, dass Kreditkarten-Zahlungen große Vorteile haben, setzt sich langsam aber sich durch. Und die Institute bieten den Kunden, was sie suchen. Allmählich offerieren die Kreditkartenanbieter der Kundschaft Produkte nach den Vorstellungen des internationalen Marktes. Und auch wenn die Neukunden oder diejenigen, die sich eher für dieses als das bisherige Modell interessieren, von ihrer Bank auf die neuen Gefahren hingewiesen werden: Die Problematik ist vorhanden, dass die deutschen Kunden sich zunehmend in den neuen Möglichkeiten verlieren.

Statt wie bisher nach spätestens zwei oder drei Monaten muss das Konto vielfach nicht mehr ausgeglichen werden. Den Banken und Kreditkarten-Unternehmen reicht die monatliche Tilgung, weil sie natürlich davon leben, dass die Kunden auf großem Fuße wandeln. Der Experte hat ein passendes Wort für das, was den Konsumenten bei einem solchen Kreditkartenmodell droht: Revolverkredit. Monat für Monat steigen die Schulden im schlimmsten Falle an, der Überblick geht verloren. Doch irgendwann ist Schluss, die Bank verweigert weitere Gelder und fordert die Rückzahlung der Schulden.

Die Argumentation der Banken ist nur zu nahe liegend. Kein Kunde wird gezwungen, sich zu verschulden und den Kreditrahmen beim Plastik Cash auszuschöpfen. Doch der Mensch funktioniert eben nicht nur rational, wie gerade der US-Markt beispielhaft erkennen lässt. Der Amerikaner lebt in den meisten Fällen auf Pump. Und auch in Deutschland droht diese Entwicklung seit einiger Zeit. Nicht zuletzt die Krise bringt die Banken dazu, nach immer neuen Wegen zu suchen, um an das Geld der Verbraucher zu kommen. Kategorien wie “unethisch” oder “moralisch nicht vertretbar” existieren im Finanzuniversum nun einmal nur in sehr überschaubarem Maße. So sind die Kunden auf sich und die eigene Vernunft gestellt.

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