Das Verlustgeschäft Aktienfonds

2008: Ein Schicksalsjahr für deutsche wie internationale Anleger. Doch gerade in Europa präsentierten sich die Entwicklungen in den vergangenen zwölf schwierig bis katastrophal. Zum Teil verloren die Aktienfonds, die europäische Aktien als Portfolio-Schwerpunkt hatten oder noch immer haben, bis zu 45 Prozent ihres Wertes. So besagt es eine Studie des Fondsverbandes VBI. 

Für viele deutsche Anleger nicht mehr und nicht weniger als eine Katastrophe, deren Auswirkungen mitunter kaum abzuschätzen sind für die Zukunft. Denn so mancher Anleger nutzte die vormals als relativ sicher empfohlenen Anlagemodelle eben auch als Chance, etwas zur Altersvorsorge beizutragen. Kommt es in einer solchen Situation zum Äußersten, ist guter Rat nicht nur teuer. 45 Prozent, auf diese Größenordnung beläuft sich der Verlust des so genannten Stoxx50, des Indices, in dem die Top 50 der europäischen Aktienunternehmen zusammengefasst werden.

Vor dem Beginn der Krise konnten die Anleger mit ansehen, wie ihr investiertes Geld stetig Gewinne abwarf. Doch mit dem Beginn der Immobilienkrise auf dem US-amerikanischen Markt nahm das Elend quasi seinen Lauf: Die vormaligen Gewinnen brachen vielfach binnen weniger Wochen ein und verschlagen zudem noch große Teile des Investitionskapitals der Anleger. Auf internationales Ebene sieht es nicht wesentlich besser aus: Bei Aktienfonds dieser Ausrichtung spricht der BVI immerhin von Verlusten mit einem Stellenwert von etwa 40 Prozent.

Diese Entwicklungen auf dem Aktienmarkt haben inzwischen die einstig interessante und lukrative Wertentwicklung zunichte gemacht und die Fonds für Wertpapiere deutlich ins Minus gezogen auf die Entwicklung der letzten zehn Jahre gerechnet. Mancher Anleger wird sich wünschen, er wäre rechtzeitig zu Beginn des Jahres 2008 bei den in US-Dollar gehandelten Rentenfonds-Anteilen eingestiegen: Hier nämlich waren Renditen von mehr als sechs Prozent realisierbar. Und – das Krönchen auf den Sorgen der Anleger – selbst die offenen Immobilienfonds konnten immerhin noch fast ein Plus fünf Prozent einfahren. Nur kommen viele Investoren in diesen Fällen momentan nicht an ihr Geld.

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