Berufsunfähigkeitsversicherung

Was keiner wirklich wahrhaben will, passiert doch vielen im Laufe ihres Berufslebens - sie werden berufsunfähig. Ursache dafür können Unfälle sowie körperliche oder psychische Erkrankungen sein. Jeder Arbeitnehmer, Selbstständige oder Freiberufler sollte sich gegen dieses Risiko absichern.
Im Falle einer Berufsunfähigkeit wird zunächst geprüft, inwieweit die Person noch in der Lage ist, einer Tätigkeit nachzugehen. Zu Grunde wird dabei gelegt, wie viele Stunden derjenige noch am Tag arbeiten kann.

Die Ergebnisse werden in folgende drei Kategorien unterteilt:

Wer noch sechs Stunden oder mehr am Tag arbeiten kann, gilt als voll erwerbsfähig und ist daher nicht berechtigt, als berufsunfähig bezeichnet zu werden und entsprechende Leistungen zu beziehen.

Wer zwischen drei und sechs Stunden am Tag arbeiten kann, erhält eine so genannte „halbe Erwerbsminderung“ zugesprochen. Er erhält also Leistungen in halbem Umfang gegenüber der vollen Erwerbsunfähigkeit.

Wer dagegen nur noch drei Stunden oder weniger am Tag arbeiten kann, gilt als voll erwerbsunfähig und ist damit berechtigt, die vollen Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung zu beziehen.

Wichtig ist hierbei jedoch, dass nicht der bisher ausgeübte Beruf für die Beurteilung der Erwerbsminderung herangezogen wird. Es wird nämlich davon abhängig gemacht, inwieweit der Betroffene überhaupt noch einen Beruf in der entsprechenden Stundenzahl ausüben kann. Damit könnte also jeder beliebige Beruf der Leistungsbeurteilung zu Grunde liegen. Dies kann für den Betroffenen schwerwiegende Folgen haben. Wer zum Beispiel im Bergbau gearbeitet hat und aufgrund einer Krankheit oder Verletzung keine drei Stunden am Tag mehr in diesem Beruf arbeiten könnte, der kann eine Aushilfstätigkeit im Büro unter Umständen noch voll ausführen und ist damit nicht berechtigt, als voll erwerbsunfähig zu gelten.

Die tatsächliche Lage auf dem Arbeitsmarkt wird dabei unberücksichtigt gelassen, so dass die Beurteilung der Leistungsfähigkeit im Endeffekt reine Theorie ist.

Es ist daher nur zu raten, zusätzlich zur gesetzlichen Absicherung gegen Berufsunfähigkeit auch privat für diesen Fall vorzusorgen. Private Berufsunfähigkeitsversicherungen sind in der Leistungsbeurteilung in der Regel wesentlich großzügiger und weitsichtiger, und erkennen oft auch an, wenn man in dem bisher ausgeübten Beruf nicht mehr weiterarbeiten kann. Daher wird hier normalerweise viel eher eine Erwerbsminderungsrente ausgezahlt, als bei der gesetzlichen Berufsunfähigkeitsversicherung, die viel härter urteilt.

Sorgen Sie daher unbedingt für den Fall der Fälle vor und wählen Sie nach sorgfältigem Vergleichen eine für Sie passende private Berufsunfähigkeitsversicherung aus.