Bankenrettung ohne Belastung der Steuerzahler möglich

Mit dieser keinesfalls unwichtigen Frage befasst sich in diesen Tagen erneut die Bundesregierung. Denn schon nach den ersten Beihilfen vom Staat für die Bankenbranche, herrscht bei vielen Verbrauchern über die Verwechslung zwischen Ursache und Wirkung der Krise auf dem Finanzmarkt vor. Waren es nicht die Banken, die maßgeblich mit hochspekulativen Investitionen selbst weitgehend in die für viele ohne Unterstützung nicht zu bewältigende Lage manövriert haben?

Diese Frage haben viele Bundesbürger im Hinterkopf, wenn sie sich die Rettungsansätze des Bundes anschauen. Über einige Wochen war immer wieder eine so genannte Bad Bank im Gespräch, um den Banken eine große Last abzunehmen. Die Neuschaffung einer solchen Bank, wie es sie beispielsweise in den USA in gewisser Form gibt, hätte den deutschen Banken Aktien mit hohem Verlustrisiko abnehmen können, wenigstens über einige Jahre. Dies hätte die Bilanzen der Unternehmen deutlich besser dastehen lassen. Doch nun ist aus dem Umfeld der Koalition zu vernehmen: Eine solche Bank wird es in Deutschland in dieser Form nicht geben. Sowohl in der CDU wie auch der SPD wird diese Position vertreten. Es müsse eine Lösung gefunden werden, die den Steuerzahler und den Haushalt nicht erneut in extremem Maße belaste.

Im Gespräch ist nun unter anderem folgende Alternative: Der Staat könnte Risikopapiere von den Bankenhäusern übernehmen, im Gegenzug würden Ausgleichforderungen gestellt. Hierbei müsste der Staat erst zu einem deutlich späteren Zeitpunkt einer Zahlungsverpflichtung als Verlustausgleich nachkommen, könnte aber an möglichen Gewinnen der betreffenden Banken partizipieren. Genutzt werden könnte das Modell nicht nur für die als toxisch bezeichneten Anlagen, auch Papiere ohne passenden Markt könnte auf diese Weise abgesichert werden. Richtig jedenfalls ist die Einsicht, dass es nicht bei den bisherigen Rettungsversuchen durch die Regierung bleiben kann.

Denn noch immer ist die Lage der deutschen Banken zu unsicher. Allein das Gros der Problem behafteten Wertpapiere, die noch im Besitz der Banken sind, beläuft sich laut Bundesbank und Bundesfinanzaufsicht auf möglicherweise eine Billion Euro. Rund 30% der Anteile werden zu den höchstriskanten gerechnet. Angesichts dieser kritischen Situation scheint das Problem mit der Suche nach einer neuen Leitfigur für den Soffin, den Fonds zur Bankenrettung, vergleichsweise unbedeutend zu sein.

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